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Filmkritik Mein Schatz ist aus Tirol – Kennst du deine Heimat?

Samstagabend, nur Shows im TV. Ich bin kein Freund von Shows. Ich schaue mir lieber Filme oder Dokumentationen an; am besten einfache Sendungen, die man auch nebenbei schauen kann (Multitasking tauglich sollte die Ausstrahlung sein.). Meine letzte Hoffnung das Bayerische Fernsehen Süd.
Schlagerkomödie: Mein Schatz ist aus Tirol. Aha! Im Teletext steht:
Der unternehmungslustige, aber chronisch verschuldete Fabrikant Gustav Mummelmann lernt durch eine Heiratsanzeige die Tiroler Wirtin Mariele kennen. Für die Anreise pumpt er wieder einmal seinen Neffen an, den Plattenproduzenten Peter Weigand. Peter begleitet Gustav nach Tirol, um so seiner hartnäckigen Freundin Marion-Madeleine zu entkommen, die auf eine Heirat drängt. In Meran verliebt er sich auf den ersten Blick in die bezaubernde Winzerin Eva Perner. Auch deren Sohn Loisl ist von Peter begeistert und versucht mit allen Tricks, die beiden miteinander zu verkuppeln.
Eine Schlagerkomödie aus dem Jahre 1958 zum 85. Geburtstag von Joachim Fuchsberger.
Darsteller: Marianne Hold, Joachim Fuchsberger, Rolf Pinegger, Alice Kessler, Ellen Kessler, Monika Dahlberg, Walter Gross, Johanna König, Beppo Brem
Länge: 89 Min.
Klingt auf den ersten Blick nicht sehr begeisternd, aber – da fällt das Wort „Südtirol‚“ und dann noch das Wort „Meran“ und was passiert? Ich werde hellhörig!
Ein Film, gedreht in Südtirol. Da werde ich meine „Kennst du deine Heimat?“ Kenntnisse etwas trainieren können. Schön.
Das mondäne Hotel Bristol in Meran

Filmszene: Das mondäne Hotel Bristol in Meran

Der Hauptdarsteller Peter, der in Meran im Hotel Bristol (das mittlerweile abgerissene Meraner Hotel „Bristol“ verkörperte in der Nachkriegszeit das mondäne Meran) abgestiegen ist, macht mit seinem roten Cabriolet einen Ausflug. Eine Gruppe Lausbuben hält ihn auf. „Wo fährst du hin?“ „Ich weiß nicht, vielleicht zum Kalterer See.“ „Fahr doch lieber nach Terla:n, dann kannst du uns mitnehmen. Wir zeigen dir auch einen Weinberg!“ Im Film sagen die Schauspieler lustigerweise Terla:n mit Betonung auf der zweiten Silbe, was ein extrem langgezogenes „a“ zur Folge hat.
Peter lässt sich schnell überreden, denn ein Weinberg in Terlan ist natürlich viel interessanter als ein langweiliger Kalterer See (>_< ) ( >_<) und nimmt die Lausbuben – alle natürlich in Lederhosen, wie es sich für echte Tiroler gehört – mit nach Terlan, nein Terlaahn!

Kunst Meran – Dorfgespräch Villnöss

Kunst Meran die Vierte. Man könnte meinen, wir wollen dort einziehen. Nein, so ist es nicht. Uns gefällt nur ganz einfach, die Art und Weise, wie Kunst Meran seine Projekte plant und umsetzt. Außerdem geht es diesmal einmal mehr nicht ins Museum nach Meran, sondern auf Entdeckungsreise in Südtirol.

Und so machen wir uns an diesem Samstag bei fantastischem Herbstwetter – Sonne satt und noch immer ist Südtirol recht farbenfroh – auf den Weg von Kaltern nach St. Magdalena im Villnöss. Beide sind wir noch nicht wirklich in diesem äußerst fotogenen Tal – immerhin ist das Ensemble der Kirche St. Magdalena mit den Geislerspitzen im Hintergrund das meistpublizierte Motiv von Südtirol – gewesen und sind deshalb dementsprechend gespannt, was uns erwartet. Um 12:15 Uhr vor dem Möbel Ambach auf dem Parkplatz der großen Kalterer Kellereien gestartet, ist uns das Verkehrsaufkommen hold und wir stehen kaum eine Stunde später vor dem Naturparkhaus Puez-Geisler in St. Magdalena.

Schon von hier aus ist der Blick auf die Geislergruppe fantastisch. Mal sehen was noch kommt.

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Architekturausstellung “Der nicht mehr gebrauchte Stall”

Architekturausstellung

Kunst Meran die Zweite. Nach dem KunstgesprächTony Cragg in 4D“, bei dem wir im März 2011 voller Begeisterung Kunst Meran kennen gelernt haben, wagen wir nun mit „Der nicht mehr gebrauchte Stall“ einen zweiten Versuch.

Wo wir hin müssen, wissen wir ja nun schon. Also starte ich um 15:30 Uhr in Ronzone im Nonstal mit Blick auf den Monte Pin und den Laugen in Richtung Gampenpass.

Die Pass-Straße hinunter kann ich kurz hinter Völlan dem Anblick der Maroni-Bäume nicht widerstehen. Ein Blick auf die Uhr. Ja, das geht sich noch aus. Beim nächsten Wanderweg-Einstieg heißt es für mich „Keschtn“ sammeln. Das gehört zu einer Fahrt durch die Gegend um Völlan, Prissian, Tisens und Lana jetzt im Herbst, wo hier in Kürze Herbst-Veranstaltungen wie der „Ketschnriggl“ gefeiert werden, einfach unbedingt dazu. Jetzt aber schnell. Stefanie wartet sicher schon in Lana.

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Kunst Meran in Bewegung

Es ist der 17.03.2011. 19:30 Uhr. Wir stehen vor dem Caffè Kunsthaus in Meran. Heute Abend ist es Zeit. Zeit für Kunst. Für Kunst Meran. Genauer gesagt für ein Kunstgespräch. Tony Cragg in 4D lautet das Thema des Abends.

Angelockt von den Artikeln zur Ausstellung und neugierig auf die Wirkung der Skulpturen haben wir unsere erste Begegnung mit Craggs Kunstwerken nun schon hinter uns. Nämlich direkt auf dem Platz vor der Sparkasse. Für uns, die wir das Kunsthaus nie zuvor besucht haben, wirkten die überlebensgroßen Skulpturen so zugleich als Wegweiser. Praktisch, denn so gelangten wir mühelos auf den richtigen Weg.

Im Kunstcaffè angekommen, lassen wir den „aperitivo lungo“, zu dem uns geraten wird, aus. Stattdessen gibt es Sportwasser und Pfirsichsaft. Wir wollen schließlich ganz bei der Sache sein, wenn Hannes Egger in Begleitung des einheimischen Bildhauers und Videokünstlers Peter Senoner an 18 ausgesuchten Skulpturen und einigen Zeichnungen zeigt, wie „etwas Festes aus dem Strömenden“ werden kann.

Und dann geht es auch schon los. Toll schon allein der Rahmen: Das „Haus im Haus“ erscheint mir genau der richtige Platz zu sein für Tony Craggs Werke. Die Beleuchtung und die „Durchblicke“, die durch Fenster, Türen, Spalte und verglaste Treppen möglich sind, verändern mit jedem Schritt den Blickwinkel auf die einzelnen Exponate und unterstreichen so die Bewegung, die den Stücken innewohnt. Jeder Blick fördert Neues zu Tage. Ebenso wie die Innensicht, die Peter Senoner uns ermöglicht. Hinweise zum Entstehungsprozess, zu den Materialien und den Beweggründen eines Bildhauers im Allgemeinen und auf die einzelnen Kunstwerke bezogen, ermöglichen einen um vieles besseren Zugang zu den Stücken.

Die Verbindung von organischen Formen und traditionellen Materialien ist zugleich elementar und ungewöhnlich, beruhigend und aufwühlend und dabei ebenso zerbrechlich wie monumental. Ein Denken, dass die Richtung wechselt, Reflexion, Sprachskepsis, Intuition und der Wandel der Materie bewegen Tony Cragg. Bewegen seine – von unten her aufgebauten – Skulpturen, die doch zugleich in sich ruhen. Bewegen auch den Betrachter, der nicht stehen bleiben kann, der die Exponate beinahe umrunden muss. Sie umrunden muss, um zu sehen, was sie noch bereit halten, was sie auf ihren unzähligen anderen Seiten verbergen.

Das letzte Stück, die letzten Stufen und schon ist dieser interessante Abend zu Ende. Ein herzlicher Dank an die Initiatoren, an Hannes Egger und an Peter Senoner. Dafür dass sie uns einen Künstler und sein Werk auf ganz besondere Weise näher gebracht haben.

Die Skulpturenausstellung des in Deutschland tätigen, britischen Bildhauers Tony Cragg ist noch bis zum 29.05.2011 zu Gast im Haus der Sparkasse in Meran. Zeit genug, einen Besuch einzuplanen. Empfehlenswert sind dabei auch die beiden noch anstehenden Künstlergespräche: Am 21. April wird Hannes Egger von Franz Pichler begleitet, am 19. Mai ist dann Thaddäus Salcher zu Gast.

Nähere Informationen liefert die Webseite www.kunstmeranoarte.org.

Frühling auf Südtirols Tellern

Terlaner Spargelwochen, Wildkräuterwochen in Meran und die Kastelbeller Spargelzeit – im April und Mai stehen hier bei uns alle Zeichen auf dem Genuss der frühlingsfrischen Produkte der Jahreszeit. Bekömmliche Spargelgerichte und edle heimische Weine erwarten uns in Terlan und Umgebung bis Ende Mai. Die Kastelbeller Spargelzeit mit dem guten „Weissburgunder“ dauert in diesem Jahr vom 17.04. bis zum 15.05.2010. Am 22.04. eröffnet die Wildkräutergala die Wildkräuterwochen (vom 25.04. bis zum 09.05.2010) in Meran und Lana. Und auch sonst hat die Region im Frühling allerlei kulinarische Höhepunkt zu bieten. Da sei nur an die Blütenfesttage (14.04. bis 26.04.2010) und die Bäuerliche Genussmeile am 24.04.2010 erinnert. Hervorragend verbinden lässt sich so ein Südtiroler Frühlingsmenü mit einem Spaziergang oder einer kleinen Wanderung durch unser schönes Südtirol. Stellt sich eigentlich nur noch eine Frage: Worauf warten wir noch?