Trischettn ein Südtiroler Kartenspiel

Ein packendes Kartenspiel für zwei. Hmm… was könnte man da spielen? Watten, das Kartenspiel Nummer 1 der Südtiroler kommt da nicht in Frage. Das muss man zu viert spielen, denn wenn man bereits von vornherein „woas wos geat“ ist es langweilig!

Es gibt zwar viele tolle Kartenspiele bei uns in Südtirol: Watten, Schnelln und Lab biatn aber die sind allesamt erst dann richtig spannend, wenn man mehr als zu zweit ist. Da der Andreas unbedingt Karten spielen will und ich auf Spannung bestehe müssen wir mal scharf überlegen.

Kartenspielen in Südtirol

Kartenspielen in Südtirol

Wie hieß dieses Spiel nochmal, das ich als Kind mit der Urnena (Uroma) gespielt hatte? Hmm… ah.. jetzt kommt es: Trischettn!

Ok, spielen wir eine Runde Trischetten.

Ich: „Kensch die Regeln?“

Andreas: „Na i nit. Du?“

Ich: „I hon sie amol gekennt, obr mir folln sie nimmer ein.“

Leider wurde nichts aus unserem Kartenspiel… Ich hatte mir aber fest vorgenommen die Spielanleitung vom „Trischettn“ wieder in Erfahrung zu bringen. Zum Glück hat auch der Uwe als Kind mit seiner Oma immer Tri-Schetten gespielt und zum Glück hat der Uwe nicht so ein Hirn wie ein Nudelsieb so wie ich. Darum kann ich hier die Spielanleitung präsentieren. Hoffentlich ist sie korrekt und vollständig. Wenn nicht einfach kommentieren!

Anleitung Südtiroler Kartenspiel „Trischettn“ oder sagt man Treschetten?

Reihenfolge der Karten von der höchsten Karte bis zur niedrigsten Karte:

Zehn (10er), Neun (9er), As, König, Dame, Ober, Unter, Acht (8er), Sieben (7er)
Weli, 6er, 5er usw. werden nicht benutzt!

Farben der Karten:

Herz, Schell, Laub, Eichel

Sinn und Zweck des Spieles ist es so viel wie möglich Punkte zu sammeln. Darum ist es natürlich wichtig zu wissen, welchen Punktewert die einzelnen Karten haben (leider bin ich mir bei König, Dame, Ober, Unter nicht ganz sicher):

Punkte der Karten:

  • 10 er: 10 Punkte
  • 9er: 9 Punkte
  • Ass: 11 Punkte
  • König: 8 Punkte
  • Dame: 6 Punkte
  • Ober: 4 Punkte
  • Unter: 2 Punkte
  • 8er: 0 Punkte
  • 7er: 0 Punkte

Punkte der Karten:

  • Zehner: 1/3 Punkt
  • Neuner: 1/3 Punkt
  • Ass: 1 Punkt
  • König: 1/3 Punkt
  • Ober: 1/3 Punkt
  • Unter: 1/3 Punkt
  • Achter: 0 Punkte
  • Siebner: 0 Punkte

Es wird wie folgt gezählt:

  • Für jede Ass gibt es einen Punkt.
  • Dann werden alle Ober, Unter, Achter, Siebner entfernt. Die restlichen Karten (Zehner, Neuner, Ass, König, Dame, Ober, Unter) werden in Dreierpaare gezählt. Für jedes vollständige Dreierpaar erhält man einen Punkt.
  • Für den letzten Stich erhält man auch einen Punkt.
  • Insgesamt kann man so auf maximal 11 Punkte kommen. Hat man zum Beispiel alles gestochen, dann hat man 4 Asse: 4 Punkte + 20 zählende Karten zu 1/3 Punkte: 6 Punkte (es werde nur ganze Punkte gezählt) + den letzten Stich: 1 Punkt = 11 Punkte.

Spiel:

Den beiden Spielern werden jeweils 8 Karten ausgeteilt. Ein Spieler spielt aus, der andere muss immer Farbe zugegeben d.h. er kann nur stechen, wenn er eine höhere Karte in der Farbe zur ausgespielten Karte in der Hand hält oder wenn er keine gleiche Farbe hat.  Auch eine höhere Karte sticht also nur, wenn sie in der selben Farbe zur ausgespielten Karte ist!

Nach jedem Stich bekommen beide Spieler eine zusätzliche Karte aus dem nicht ausgeteilten Kartenpool bis dieser aufgebraucht ist. Das nennt man „aufhebn“.  Das geht so vor sich:Zuerst zeigt der Spieler der zuvor gestochen hat die abgehobene Karte und wirft aus. Dann zeigt der andere Spieler die abgehobene Karte und gibt zu bzw. sticht.

Die Spieler versuchen bei einem Spiel so viele wie mögliche Stiche zu machen um dadurch Karten die am Ende eines Spieles Punkte zählen, zu erhaschen. Eine zentrale Rolle spielt dabei, dass einige Karten keine Punkte abwerfen und dass die Ass im Unterschied zu den anderen Karten einen ganzen Punkt zählt.

Die Kartenspieler können nicht nur dadurch Punkte erhalten, dass am Ende eines Spieles die Karten, welche gestochen wurden, Punkte mäßig gezählt werden (siehe es wird wie folgt gezählt), sie können auch während des Spiels Punkte sammeln, indem sie folgende Karten zusammen in ihrer Hand halten und diese „ansagen“:

Punkte fürs Ansagen:

  • 4 10er: 4 Punkte
  • 3 10er: 3 Punkte
  • 4 9er: 4 Punkte
  • 3 9er: 3 Punkte
  • 4 As’n: 4 Punkte
  • 3 As’n: 3 Punkte
  • Nappele Herz (10er, 9er, As): 3 Punkte
  • Nappele Schell (10er, 9er, As): 3 Punkte
  • Nappele Lap (10er, 9er, As): 3 Punkte
  • Nappele Eichel (10er, 9er, As): 3 Punkte

Fürs „Ansagen“ bekommt der Spieler also jeweils 4 bzw. 3 Punkte. Er kann z.B. zuerst 4 Zehner ansagen und wenn er später einen zusätzlichen Zehner erhält auch die 4 Zehner. Er muss die angesagten Karten natürlich dem Gegner zeigen! „Ansagen“ kann der Spieler nur, wenn er selbst einen Stich gemacht hat und auswerfen darf. Das kann im worst case bedeuten, dass der Spieler z.B. ein „Napele Herz“ „unangesagt“ opfern muss, wenn der Gegner z.B. die Herz-7 wirft und er kein anderes Herz in der Hand hält!

Ein Spiel ist fertig, wenn alle Karten aufgebraucht sind d.h. wenn alle Karten „aufgehobn“ wurden und alle Karten in den Händen der Spieler gestochen wurden. Nach jedem Spiel werden die angesagten Punkte und die Punkte der gestochenen Karten gezählt und dem Punktekonto der Spieler gutgeschrieben.

Treschetten gewonnen hat jener Spieler der zuerst 31 Punkte 41 Punkte (oder 42 Punkte; weiß das leider nicht genau) erreicht bzw. nach x Spiele mehr Punkte hat. Leider weiß ich das nicht mehr genau. Wenn du es weißt bitte kommentieren!

Ein Großer Dank an alle Kommentatoren! Ohne vor allem Trixi und Lukas hätte ich die Spielanleitung von Treschetten sicherlich nicht richtig rekonstruieren können.

36 Gedanken zu „Trischettn ein Südtiroler Kartenspiel“

  1. Hallo Dietmar; bei „Trischettn“ muss ich leider passen. Habe davon bisher nie gehört. Muss wohl eher ein altes Unterlandler oder Überetscher Kartenspiel sein.

  2. Hallo Herbert, wenn du das nicht kennst, dann wird es wahrscheinlich tatsächlich ein Kartenspiel aus dem Unterland oder Überetsch sein. Werde mal bei Gelegenheit bei den „Alten“ nachfragen…

    Trotzdem Danke.

  3. hon grod in meine schialer „trischettn“ glernt, folglich bin i aufm laufenden:
    ba ins (meraner gegend) wern di punkte ondersch vergebm:
    as – 1 punkt
    leschter stich – oan punkt
    donoch brauch man olm 3 kortn (va 9 aufwärts), um oanen punkt zu mochn, z.B. a neiner, a zehner und a kinig, oder 2 zehner und an ober,…siebmor und ochtor zehln nix.
    pro spiel gian so elf punkte außer. gwunnen hot der, der zersch ba 41 isch.
    der rescht isch prima erklärt, iatz brauch i`s nimmer selber zomschreibm, danke 🙂

  4. Hallo Trixi,

    danke fir dein Kommentar. Jetzt wo dus sogsch, kimp mir schun a fir, dass ebas mit 11 Punkte wor und dass die As a eppas mit 1 Punkt zu tean hot. Mir hob do im Unterland das gleiche Punktezähl-System. I hon mi lei nicht richtig erinnert. Jetzt hon i deine Bemerkungen im Artikel einorbeitn. I hoff so stimmt es jetzt?

    Danke nochmals!

  5. Hm, ich hab das als Kind auch gespielt. kann es leider nicht mehr. allerdings sagt mir mein Gefühl, dass da noch nicht alles stimmt (Dame??). ich werde versuchen, was rauszufinden. Gruß, Lukas

  6. Donn stimmt obr ebas nit, denn donn kimm i unmöglich auf maximal 11 Punkte pro Spiel. Donn hätte man 28 Korten (wenn die Ass a zählt) oder 24 Karten (wenn die Ass nit zählt) pro Spiel die zählen.

    Wenn es 28 Kortn sein:
    28/3=9,333 + 1 (für letzter Stich) + 4 (für die 4 Assn) = 14,333

    Wenn es 24 Kortn sein:
    24/3=8 + 1 (für letzter Stich) + 4 (für die 4 Assn) = 13

    Irgend etwas stimmt da noch nicht. Ich müsste ja auf maximal 11 Punkte pro Spiel kommen…

  7. Hon grod nochgezählt (af di traditionelle weise), ba mir stimps!
    4 assn- 4 punkte
    z.b. 3 neiner – 1 punkt
    4.neiner und 2 zehner- 1 punkt
    2 zehner und 1 unter- 1 punkt
    restl.3 unter- 1 punkt
    3 ober – 1 punkt
    4.ober und 2 kinig – 1 punkt
    übrig bleibm 2 kinig – koan punkt
    plus in leschtn sein ba mir 11 punkte

  8. Obwohl mir der Lukas mit dem Zaunpfahl gewinkt hat, merke ich es erst jetzt da die Karten vor mir liegen. Ba insre Kortn gibt es jo koane Dame! Jetzt stimmt es natürlich mit dem Zählen. 4 + 20/3 + 1 = 11,666 also abgrundet 11. Danke.

  9. bei uns müssen die abgehobenen karten gezeigt werden. zuerst zeigt der spieler der zuvor gestochen hat die abgehobene karte und wirft aus. dann zeigt der andere spieler die abgehobene karte und gibt zu bzw. sticht.

  10. so, jetzt habe ich mich ein bisschen umgehört und inzwischen ist ja hier auch noch einiges korrigiert worden.
    Die Zählung ist inzwischen klar, nur 7er und 8er zählen nicht, alle anderen Karten zählen entweder 1 (Ass) oder 1/3 (10, 9, König, Ober, Unter). Im Text oben sollte bei „Es wird wie folgt gezählt“ noch die Dame entfernt, dafür Ober und Unter ergänzt werden.
    Während des Spiels besteht Farbzwang. Es gibt auch keine andere Möglichkeit zu stechen, außer mit höherer Farbe. deshalb sollte im Text korrigiert werden: „er kann nur stechen, wenn er eine höhere Karte in der Farbe zur ausgespielten Karte in der Hand hält.“ (korrekt; zu streichen: „oder wenn er keine gleiche Farbe hat.“)
    „Ansagen“ kann man außerdem nur, wenn man selbst einen Stich gemacht hat und auswerfen darf. Das kann im worst case bedeuten, dass ich zB ein „Napele Herz“ „unangesagt“ opfern muss, wenn der Gegner zB die Herz-7 wirft und ich kein anderes Herz in der Hand habe.
    Bei uns geht das Spiel anscheinend bis 42, aber dafür möchte ich die Hand nicht ins Feuer legen.
    Gruß, Lukas
    Ps: wir sagen Treschetten (kommt wohl vom ital. Tresette ursprünglich http://it.wikipedia.org/wiki/Tressette)

  11. Super Lukas, mit deiner Ergänzungen bzw. Korrekturen scheinen nun die Spielregeln korrekt zu sein. Endlich kann ich wieder Treschetten oder Trischetten spielen 🙂

    Danke dir!

  12. Hallo!
    Also die Reglen sein guat erklärt und stimmen a! Af Auer spieln mir ober bis 31 Punkte. Mir spieln treschettn meistens zu dritt ober a zu viert.

  13. Hallo, ich habe das Spiel Treschetten (oder Trischetten) vor kurzem gelernt (mei Opa hot mos gizuag).
    Auf diese Webseite bin ich durch Zufall gestoßen und finde die Anleitung sehr, sehr gut!!
    Aber wir (mei Opa und i) haben bis 41 gespielt…

  14. Hallo Alexander,
    danke für deine Rückmeldung. Das mit den Endpunkten bleibt scheinbar etwas unterschiedlich. Die einen sagen 31, die anderen 41, ich weiß es nicht, meine Urnena mit der ich immer gespielt hatte, weilt leider nicht mehr unter uns… Das bleibt nun einfach mal offen bis sich ein überwiegend großer Teil der Kommentare hier für 41 ausspricht 😉

  15. Hallo allesammt!
    bezüglich der endpunkte:
    wenn ich mit meinen freunden spiele, geht dass erste und das zweite spiel immer bis 31 Punkte. hat jeweil ein spielerteam 1 spiel gewonnen, wird die „bella“ (das dritte spiel) bis 41 gespielt. gewinnt allerdings ein spielerteam die ersten beiden spiele, so wird wieder von vorne angefange (31 punkte).
    wenn ich allerdings mit meinen verwandten spiele (mit meiner oma, die mir das spiel beigebracht hat) spielen wir immer bis 31. nur die letzte partie des tages wir bis 41 gespielt.
    bei uns im unterland sagt men, wie im original „tresette“, „Napoli“ anstatt „Napele“. mann kann auch die karten, die man ansagt kombiniert. habe ich zum beispiel 3 neuner (schell, herz, lab) so kann ich meinen lab neuner auch für mein napoli lab verwenden. dies kann aber nur in der ersten runde, wenn man selbst am zug ist ansagen. sagt man dafor an, kann man die karten zusammenwerfen. sagt man später an, ist es zu spät und die zusatzpunkte werden nicht aufgeschrieben.
    beim zusammen zählen bekommt man auch immer, wie schon gesagt, 11 punkte zusammen.
    es ist auch möglich durch verschiedene bewegungen beim auswerfen seinen partner zu zeigen, welche karten man hat oder ob dein partner steche, zugeben… soll gedeutet werden kann nur dann, wenn man selbst am zug ist und nicht erst wenn man sieht, was die anderen geworfen haben. es ist aber in jeder runde möglich.

  16. hallo!
    beim treschetten zu dritt (3 spieler) wird wie üblich die Welli herausgenommen. es werden jedem spieler 10 karten ausgeteilt. 2 karten bleiben übrig. diese 2 zufälligen karten kann man entweder verdeckt oder aufgedeckt hinlegen. ich lasse sie immer verdeckt, damit man im spiel etwas mehr aufpassen muss. 🙂 ansonsten sind es die selben regeln wie beim treschetten zu zweit (2 spieler) oder zu viert (4 spieler).

    beim treschetten zu viert (4 spieler) wird wie üblich die Welli herausgenommen. jeder der vier spieler bekommt 8 karten. ansagen (die kombinationen + ihre zusatzpunkte sind oben beschrieben) darf man nur in der ersten runde und nur, wenn man selbst am zug ist. wenn man vorher ansagen und wenn man zu spät ansagt, werden di extrapunkte nicht gezählt. also immer erst die karten gut anschauen, bevor man das erste mal am zug ist. während dem spiel kann men aber seinem partner sein eigenes blatt „deuten“.

    Deuten:
    deuten kann man 10er, 9er, dass man von einer farbe keine karten mehr hat, dass man von einer farbe noch mehrere karten hat, dass der partner mit dem 10er stechen und die gespielte farbe noch einmal werfen soll, dass der partner den 9er zugeben soll und dass ich dem partner einwerfe damit er den nächsten stich macht.

    10er deuten: wirft jemand zum beispiel herz aus, kann ich, indem ich ein beliebiges anderes herz (zum beispiel den Unter) im hohen bogen ins spiel lege meinem partner sagen, dass ich den herz 10er habe. man deutet immer den 10er von der farbe, die man im hohen bogen ins spiel legt.

    9er deuten: wirft jemand zum beispiel schell aus, kann ich, indem ich ein beliebiges anderes schell (zum beispiel den König) kurz quer über den tisch schleife, bevor ich es ins spiel lege meinem partner sagen, dass ich den schell 9er habe. man deutet immer den 9er von der farbe, die man kurz quer über den tisch schleift, bevor man die karte ins spiel legt.

    keine karte von dieser farbe mehr: hat man von einer farbe nur noch eine karte, so kann man diese, sobald möglich, mit einer schnellen bewegung „wegwerfen“ und somit ins spiel legen. dies hilft, wenn der partenr später von dieser farbe den 10er auspielt, kann man seine assen sicher nach hause bringen. auch weiß der partner so, dass er diese farbe eventuell nicht werfen darf, da man hier kenen stich mehr machen kann.

    …rest kommt etwas später 😉

  17. Hallo Arno,

    super vielen Dank für deine Ausführungen. Zufällig habe ich gerade vor drei Tagen von einer Freundin auch einige Regeln zum „Deuten“ gehört. Das mit dem 10er und 9er hast du schon geschrieben, mir hat man noch zusätzlich Folgendes gesagt:

    Ass deuten: mit der Karte in der Hand auf den Tisch klopfen und dann die Karte einwerfen bedeutet, dass man die Ass von dieser Farbe hat.

    keine karte von dieser Farbe mehr: da hat man mir gesagt, dass man dies mit einem Kopfwurf macht. Also beim Einwerfen auf dem Tisch klopfen im Unterschied zum Ass deuten wo man zuerst klopft dann einwirft.

    Zusätzlich hat man mir gesagt, dass Trischetten vor allem ein Spiel für Stumme war, darum die Sachen mit dem „Deuten“. Damit man nicht reden muss… Keine Ahnung ob das stimmt…

  18. noch mehr karten von einer farbe: hat man von einer farbe mehrere karten, so kann man diese, sobald möglich, mit dem „wetzen“ dem partner deuten. habe ich viele schell, kann ich (sobald ich schell zugeben muss oder wenn ich die gespielte farbe nicht habe) ein schell nehmen, und mit der gezogenen karte über meine restlichen karten „wetzen“, bevor ich sie normal ins spiel lege (wetzen = als ob ich ein messer schärfen will). dies wird gedeutet, wenn man 3 oder mehr karten von einer farbe hat.

    dass der partner mit dem 10er stechen und die gespielte farbe noch einmal werfen soll: wenn man auswerfen muss und viele karten von einer farbe hat und sich sicher ist die nächsten paar stiche zu machen, benutzt man diese „technik“. man legt eine karte von der gewünschten farbe uns spiel und klopft schnell danach mit den fingerknöcheln auf den tisch. wenn man glück hat, hat der partner den 10er und noch eine karte mit der selben farbe zum nachwerfen. dies macht man meist am anfang vom spiel und braucht auch etwas glück.

    dass der partner den 9er zugeben soll: hat man viele karten von einer farbe und der 9er könnte einem sie stichserie zerstören, benutzt man diese „technik“. auch hier wieder nur wenn man beim auswerfen ist. man nimmt den 10er von der farbe, von der man noch viele hat, bringt ihn ins und klopft mit den fingerknöcheln auf den tisch. genau wie bei der vorherigen „technik“. so weiß mein partner, dass er mir den 9er zugeben soll und ich kann noch weitere stiche mit meiner farbstrecke machen. auch dieser zug wird eher am anfang vom spiel gemacht und braucht auch etwas glück. funktioniert es, macht man aber viele punkte.

    dass ich dem partner einwerfe damit er den nächsten stich macht: werfe ich zum beispiel mein napoli/nappele aus und mein partner hat meine farbe nicht, kann dieser mir sein blatt deuten, damit ich später weiß was werfen oder er gibt mir wertvolle assen zu. spiele ich zum beispiel mein napoli/nappele eichel aus und mein partner macht mir den schell 10er gut (er deutet ihn mir = gut machen), bring ich die nächste karte ins spiel, indem ich sie in einem großen bogen über den tisch streiche und dann in der tischmitte niederlege. (genau die selbe geste wie beim deuten vom 9er, nur viiiiiieeeellll ausschweifender/übertriebener. somit weiß mein partner, dass ich eine karte von der gleichen farbe wie sein 10er habe und sobald ich keine stiche mehr mache, werfe ich diese karte, damit er weiter stechen kann. in diesem beispiel wäre es schell. zuerst deutet mir der partner den 10er und direkt beim nächsten auswerfen muss ich diese bewegung machen. hat er mehr zu deuten, weiß er so genau, welche karte er behalten muss um zu stechen.

    deuten tut man immer den „schlag“ von der farbe, welche man beim ausspielen wirft.

    assen deuten gibt es bei uns nicht bzw. habe ich nie davon gehört.
    genau… klopfwurf. habe das richtige wort nicht gefunden 😀
    das mit dem spiel für stumme hat man mir auch gesagt. habe die regeln von meiner großmutter. es ist das spiel, welches seit ewigkeiten immer noch regelmäßig in unserer familie gespielt wird.

  19. Hallo Arno,

    danke für deine sehr ausführlichen Erläuterungen zum „Deuten“. Das wird dem einen oder anderen sicherlich helfen, der das Spiel wieder etwas auffrischen will. Das mit der Ass muss ich dann nochmals nachfragen, denn wenn Ihr das immer spielt, dass würdet Ihr das schon wissen, wenn es das gäbe. Vielleicht habe ich diesbzgl. eine Falschinformation erhalten.

    Danke nochmals.

    Grüße
    Dietmar

  20. Welche Karte ist die Höchste? 10er oder Ass, bin mir nicht sicher.
    Zum Deuten: man kann z. B.: einen 10er oder eine Ass einer ANDEREN Farbe deuten in dem man die Karte so auswirft, dass sie im Kreis auffällt. Eichel drehen bedeutet ich habe Laub und umgekehrt, Schell drehen bedeutet ich habe Herz und umgekehrt
    Doris

  21. Habs seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt.
    Aber es klingt gut.
    Da gibt’s noch ein Spiel,das ich in jungen Jahren gespielt hab laut meiner Erinnerung immer wenn wir zu dritt waren und wo ich keine Spielregeln mehr kenn. SCHNEEPEPPERLN aber ich hab nie mehr jemanden gefunden, ders kennt.

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